Newsletter April 2012

Brasilien ist auf dem Sprung zur Großmacht

Brasilien ist auf dem Sprung zur Großmacht, Interkulturelle Kompetenz, Fix International ServicesBrasilien hat in den zurückliegenden zehn Jahren einen beispiellosen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt. Darüber hinaus hat das Land auch politisch an Gewicht zugelegt. Neben Russland, Indien und China zählt das größte Land Lateinamerikas zu den BRIC-Staaten. Das sind die aufstrebenden Schwellenländer, denen prognostiziert wird, die traditionellen Industrieländer hinsichtlich ihrer Wirtschaftskraft mittelfristig zu übertreffen. Trotz einer aktuellen Schwächephase wird sich der Aufstieg Brasiliens fortsetzen.
Als Jim O'Neill, Chefvolkswirt der New Yorker Großbank Goldman Sachs, 2001 eine Studie über die Aussichten der Schwellenländer veröffentlichte, wies er darin besonders auf die wachsende Bedeutung Brasiliens, Russlands, Indiens und Chinas hin. Er fasste sie, ihren Anfangsbuchstaben entsprechend, unter dem Begriff „BRIC“ zusammen. Doch zunächst interessierte sich kaum jemand für seine Überlegungen, zu exotisch schienen die vier Märkte, zu deutlich hatten noch in den 1990er Jahren die USA die Weltwirtschaft dominiert. Aber die Staaten haben einen von vielen Wirtschaftskennern nicht für möglich gehaltenen Aufstieg hinter sich. Prognosen sagen, dass China in 2027 die USA als größte Volkswirtschaft der Welt ablösen wird. Schwächeln die Industrienationen, muss eine verstärkte Nachfrage aus den Schwellenländern Hilfe bringen. Kein Wunder, dass Europas größter Medienkonzern, Bertelsmann, sein Geschäft hier ausbauen will. „Bertelsmann soll wachstumsstärker, digitaler, breiter aufgestellt und internationaler werden“, erklärte gerade Thomas Rabe, der neue Vorstandschef. Bisher mache das Medienunternehmen 80 Prozent des Umsatzes in Europa, „einer Region, die auch längerfristig nicht stark wachsen wird“. Bertelsmann betrachtet China, Indien und Südamerika als Wachstumsregionen. Experten erkennen dabei eine klare Verteilung der Rollen. Russland mit seinen riesigen Öl- und Gasvorkommen ist der Lieferant von Energie, Indien ist der Dienstleister im globalen Maßstab und China muss man sich als Werkbank der Welt vorstellen. Die eigentliche Überraschung ist Brasilien. O'Neill wurde 2001 dafür belächelt, dass er gerade das nicht besonders stark aufgestellte Brasilien mit in der BRIC-Familie unterbrachte. Doch er behielt Recht.

Nicht nur Sonne, Karneval und Samba

Das Potential Brasiliens liegt in seinen natürlichen Ressourcen, wie z.B. Eisenerz. Aber auch mit dem für die Landwirtschaft erstklassigen Klima und der geographischen Größe kann das Land punkten. Plötzlich steht Brasilien nicht mehr nur Sonne, Karneval, Samba und Fußball. Allmählich tritt auch das wirtschaftliche Potential des Landes zu Tage, das vor allem im Rohstoffbereich liegt. Entscheidend zu dem Aufschwung Brasiliens hat auch die Stabilität seiner Demokratie beigetragen. Jetzt profitiert Brasiliens Wirtschaft von den stark gestiegenen Weltmarktpreisen für Agrarrohstoffe, besonders denen für das wertvolle Eisenerz. Darüber hinaus ist die brasilianische Ölversorgung vergleichsweise unabhängig von Importen, mittlerweile wird das Land sogar als Öl-Exporteur aktiv. Zwar gehören Wachstumsraten von sieben Prozent der Vergangenheit an, jetzt schrecken schlechte Nachrichten die erfolgsverwöhnte brasilianische Wirtschaft. Die sechstgrößte Volkswirtschaft wuchs 2011 nur noch um vergleichsweise bescheidene 2,7 Prozent, 2010 waren es noch 7,5 Prozent. Als Hemmnis der Konjunktur machen Experten vor allem die brasilianische Industrie aus.  

„Demographische Trends haben positiven Einfluss auf die weitere Entwicklung“

Doch die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt ist politisch weiter auf dem Sprung zur Großmacht, Brasilien gilt längst als Führungsmacht in Südamerika. „In Zukunft werden mehrere demographische Trends positiven Einfluss auf die weitere Entwicklung Brasiliens haben. Dazu zählen die junge Bevölkerung, die Urbanisierung sowie die Herausbildung einer kaufkräftigen Mittelschicht“, erklärt Bettina Kertscher, Geschäftsführerin des Hamburger Kommunikationsdienstleisters Fix International. So rechnet die Automobilbranche weiterhin mit hervorragenden Perspektiven: „Brasilien entwickelt sich zu einem hoch interessanten Standort für nationale und internationale Automobilhersteller“, erklärte Ende 2011 Stephan Keese, Partner bei Roland Berger Strategy Consultants, „durch das starke Wirtschaftswachstum und den steigenden Wohlstand der Brasilianer bekommt das Auto dort einen vollkommen neuen Stellenwert." Bis 2020 könnten die PKW-Verkäufe in Brasilien auf rund 6,6 Millionen Fahrzeuge jährlich ansteigen. "Das ist doppelt so viel wie noch im Jahr 2010. Bei andauerndem Wachstum könnte Brasilien schon 2015 der drittgrößte PKW-Markt der Welt sein.“ Zwei bevorstehende sportliche Großereignisse - die Fußballweltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016 - werden Brasilien bald noch stärker in den Mittelpunkt des Interesses rücken.  


Download BRIC, Brasilien auf dem Sprung zur Großmacht, Newsletter, Fix International Services

zurück zum Newsletter