Newsletter August 2013

Deutsch als Twitter-Trend?

istock-nl-dolmetschen-und-uebersetzen.jpgUnter dem Twitter-Pseudonym @NeinQuarterly löste der Eric Jarosinski, Germanistik-Professor an der University of Pennsylvania, einen digitalen Wirbel um die deutsche Sprache als Twitter-Medium aus. Mit launigen Tweets über Wortungetümer und typisch deutsche Umlaute und die für ihn hart wirkende deutsche Sprache hat er bereits zehntausende Follower gewonnen, „Dream in German tonight. You´ll like it. #gutenacht” oder „flirting in German is a bit like bulldozers making love". Wird die deutsche Sprache also das Lieblingsmedium der Hipster? „My doctor says I'm a Pausenfüller!“ könnte dazu beitragen!
Jarosinski weiß, dass Deutsch keinen besonders guten Ruf bei den amerikanischen Studenten hat. Deswegen kämpft der Professor in der Neuen Welt für eine positivere Wahrnehmung der Sprache aus Good old Germany. Damit er dies auch außerhalb der Universität tun kann, hat er sich für das Twitter-Alter-Ego „Nein“ entschieden, es soll an den Philosophen Theodor W. Adorno erinnern. „The beauty of German is in struggle“, schreibt er, „is German too harsh or are your ears too soft?" Die Interview-Fragen hat er gleich selbst beantwortet, auf Deutsch natürlich. „Klingt Deutsch wirklich so schlimm für fremde Ohren?“ fragte ihn kürzlich ein deutscher Journalist? „Naja, als Germanist vertrete ich nicht gerade einen sehr objektiven Standpunkt. Schlimm würde ich nicht sagen. Aber doch fremd. Das Fremde wird hier aber öfter als schlimm empfunden, da beim Deutschen allerlei negative Assoziationen ins Spiel kommen können. Es geht bei mir hauptsächlich darum, mich über kulturelle Klischees lustig zu machen. Manchmal möchte ich sie radikal zuspitzen, manchmal eher verneinen oder auf den Kopf stellen.“
Seine Liebe zur deutschen Sprache entdeckte Jarosinski übrigens vor vielen Jahrzehnten bei einem Schüleraustausch in München.




zurück zum Newsletter