Newsletter Dezember 2011

Jahrhundertealter Geheimcode konnte geknackt werden

Jahrhundertealter Geheimcode konnte geknackt werden, Fix International Services, Dolmetschen, ÜbersetzenEinem internationalen Forscherteam von der Universität Uppsala in Schweden und der USC Viterbi School of Engineering (USA) ist es gelungen, ein 250 Jahre altes verschlüsseltes Schriftstück eines deutschen Geheimbundes aus dem 18. Jahrhundert zu knacken. Die Kryptografie-Experten konnten den „Codex Copiale“ mit Hilfe eines neuartigen Computerprogramms entziffern, das 105-seitige Manuskript besteht aus insgesamt 75.000 Zeichen, die eine mysteriöse Mischung abstrakter Symbole sowie Buchstaben des griechischen und lateinischen Alphabets bilden. Die Lösung präsentierten die Wissenschaftler auf einer Tagung der Association for Computational Linguistics.
Rubrik: Übersetzung & Dolmetschen

In dem Text sind Rituale von Geheimgesellschaften, die im Umfeld der Freimaurerlogen, des 18. Jahrhunderts in Europa aktiv waren, beschrieben. „Viele Historiker glauben, dass die Logen eine wichtige Rolle in Revolutionen gespielt haben, aber das muss alles noch erforscht werden, weil die meisten Texte zu diesem Thema verschlüsselt sind,“ erklärte der Projektleiter Kevin Knight den wissenschaftlichen Wert des Textes.

Unautorisierte Leser werden in die Irre geführt

Ein weiterer Schwerpunkt des Codex Copiale sind Ausführungen zu den Bereichen Augenheilkunde und Augenchirurgie. Die Mitglieder des Bundes jedoch sind wohl selbst keine Augenärzte gewesen. Das Werk wurde zunächst mit einem Computerprogramm analysiert, das die Häufigkeit und die Gruppierung einzelner Symbole und Buchstaben erfasste. Anschließend wurden diese mit bereits bekannten Sprachen verglichen, ein Verfahren, dass auch automatische Übersetzungsprogramme benutzen. Des Rätsels Lösung kamen die Wissenschaftler auf die Spur, als sie erkannten, dass die lateinischen Buchstaben nur Platzhalter sind, um unautorisierte Leser in die Irre zu führen. Denn die wahre Botschaft steckt in den abstrakten Symbolen - die wiederum für bestimmte Buchstaben oder Buchstabengruppen stehen.
Das Dokument entstand vermutlich zwischen 1760 und 1780, kam erst nach dem Ende des Kalten Krieges in einem DDR-Archiv zum Vorschein und befindet sich heute in Privatbesitz.

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