Newsletter Dezember 2012

Begrüßung international – Achtung, Fettnäpfchen!

trainingsvorbereitung.jpgFür die Karriere, so sagen viele Berater, sei das Auftreten wichtiger als fachliche Kompetenz. Stimmt das? „So weit würde ich nicht gehen“, erklärt Bettina Kertscher, Geschäftsführerin des Kommunikationsdienstleisters Fix International in Hamburg, „doch oft ist der erste Moment über die weitere Entwicklung einer Beziehung entscheidend, im Privatleben genauso wie im Beruf.“ Kein Wunder, dass es vielfach Unsicherheiten bei den Begrüßungsritualen gibt, die in den unterschiedlichen Regionen der Welt üblich sind. Denn die Begrüßung ist eine formalisierte Geste, die jeden Kontakt einleitet. Durch den Gruß demonstriert der Grüßende sein Verhältnis zu der Person, die er grüßt. Der Gruß steht in Abhängigkeit zu Kultur und Zeit. Dem Ostfriesen mag beim Besuch eines bayrischen Dorfes ein traditionell knappes „Moin!“ reichen. Doch interkulturelles Training oder Coaching soll den Teilnehmern zur Steigerung ihrer Souveränität in der Zusammenarbeit mit ausländischen Kunden und Geschäftspartnern verhelfen. Was in Europa als Zeichen des Respektes und der Vertrauensbildung verstanden wird, gilt in anderen Teilen der Welt als Tabu und kann eine peinliche Situation erzeugen. Einige Beispiele machen dies deutlich.
So sollte man einem Japaner zur Begrüßung nicht die Hand reichen. Denn das wird nicht als freundliche Geste gewertet, sondern als übergriffig.  In Russland hingegen entspricht der Handschlag der Landessitte. Allerdings gilt dies nicht für die Begrüßung von Frauen. Die entscheiden selbst, auf welche Weise sie begrüßt werden wollen. Auch in Frankreich hat sich, zumindest im Business, längst das nüchterne Händeschütteln etabliert, nur unter Freunden sind bis zu vier Küsschen Pflicht. In England beginnt der Kontakt üblicherweise mit einem Händedruck, wichtig ist dann aber die Einhaltung eines angemessenen Abstands: Keep your Distance, please!
In Italien gehört zur Begrüßung ein knapper Händedruck, der mit einem intensiven, kurzen Blickkontakt kombiniert wird. Frauen reichen Männer erst die Hand, wenn diese dazu den ersten Schritt tun. In Südamerika begrüßen sich Bekannte und Freunde, in dem sie sich zunächst die Hand schütteln. Gefolgt wird der erste Teil der Begrüßung von einer warmherzigen Umarmung, und einem Wangenkuss. Anschließend wird sich erneut die Hand gereicht.  

Direkten Augenkontakt vermeiden!

In China findet die Begrüßung traditionell mit einer Verbeugung statt. Doch beim Meeting mit Geschäftspartnern hat sich zur Begrüßung längst das europäische Ritual des Händeschüttelns zum Standard entwickelt. Direkten Augenkontakt gilt es zu vermeiden.  Besser ist es, den Blick leicht nach unten zu senken oder am Gegenüber vorbei. Dies wird als Zeichen von Respekt und Ehrerbietung gewertet.  Weibliche Gesprächspartnerinnen entscheiden selbst, wen sie wie begrüßen. Doch auch in China entscheidet bei der Begrüßung die Hierarchie: Der Ältere begrüßt den Jüngeren, der Chef den Angestellten. Auch erfolgt bei der ersten Begrüßung die Übergabe der Visitenkarten. Es ist von Bedeutung, dem Anderen seine Ehrerbietung durch die Entgegennahme mit beiden Händen zu signalisieren.  
 
 
 

 



zurück zum Newsletter