Newsletter Dezember 2012

Wirtschaftmagazin ECONOMIST untersucht Barrieren im Geschäftsleben: „Bessere internationale Kommunikation führt zu höheren Gewinnen!“

istock-000008777915large.jpgDie Auswirkungen kultureller Barrieren auf internationale Beziehungen haben britische Wissenschaftler für das Wirtschaftmagazin ECONOMIST untersucht. Befragt wurden im Februar und März 2012 in der weltweit durchgeführten Befragung 572 Führungskräften. Etwa die Hälfte der Befragten (47%) waren C-Level- oder Board-Level-Führungskräfte und mehr als die Hälfte (53%) kamen aus Unternehmen mit einem jährlichen Umsatz von über 500 Millionen US $. Der Schwerpunkt der Untersuchung lag auf der Frage nach der Bedeutung, die grenzüberschreitende Kommunikationen beim Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens spielen. Fast zwei Drittel der Befragten gaben an, dass Unterschiede in Sprache und Kultur es schwierig machten, auf unbekannten Märkten Fuß zu fassen. Auf kulturellen Unterschieden beruhende Missverständnisse stellen demnach das größte Hindernis in der internationalen Zusammenarbeit dar.
Die Auswirkungen kultureller Barrieren auf internationale Beziehungen haben britische Wissenschaftler für das Wirtschaftmagazin ECONOMIST untersucht. Befragt wurden im Februar und März 2012 in der weltweit durchgeführten Befragung 572 Führungskräften. Etwa die Hälfte der Befragten (47%) waren C-Level- oder Board-Level-Führungskräfte und mehr als die Hälfte (53%) kamen aus Unternehmen mit einem jährlichen Umsatz von über 500 Millionen US $. Der Schwerpunkt der Untersuchung lag auf der Frage nach der Bedeutung, die grenzüberschreitende Kommunikationen beim Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens spielen. Fast zwei Drittel der Befragten gaben an, dass Unterschiede in Sprache und Kultur es schwierig machten, auf unbekannten Märkten Fuß zu fassen. Auf kulturellen Unterschieden beruhende Missverständnisse stellen demnach das größte Hindernis in der internationalen Zusammenarbeit dar.

In entwickelten Märkten tätige Unternehmen richten ihren Blick immer stärker ins Ausland, wenn ihre Heimatmärkte mit anhaltender wirtschaftlicher Stagnation zu kämpfen haben. Für Mitarbeiter und Unternehmen gehört es oft schon zur Normalität, mit Kunden, Kollegen, Lieferanten und Partnern in anderen Ländern zusammenzuarbeiten. Chancen und Herausforderungen dieser internationalen Kooperation sind Gegenstand einer Studie der renommierten britischen Economist Intelligence Unit. Ein zentrales Ergebnis: Unternehmen müssen die richtigen Produkte und Dienstleistungen mit der notwendigen kulturellen Sensibilität und Kommunikation verbinden, um auf fremden Märkten erfolgreich tätig werden zu können. Allerdings zeigt die Studie, dass viele Organisationen erst noch Maßnahmen ergreifen müssen, um diese Erkenntnis auch in der Praxis umzusetzen. „Alarmierend ist die große Zahl der Fehlschläge. Nur wer mit realistischen Erwartungen und gut vorbereitet ins weltweite Rennen startet, wird erfolgreich sein,“ erklärt Bettina Kertscher, Geschäftsführerin von Fix International Services in Hamburg, „die Rückmeldungen unserer Kunden bestätigen die Resultate der ECONOMIST-Studie.“

„Kulturelle Unterschiede sind das größte Hindernis!“

Zu den wichtigsten Ergebnissen der Economist-Studie zählt, dass der derzeitige wirtschaftliche Abschwung – entgegen vieler Expertenmeinungen –  ein Ansporn für Unternehmen ist, sich international stärker zu betätigen. Während Unternehmen in früheren Rezessionsphasen Risiken reduzierten und ihren Fokus auf ihre Kernmärkte gerichtet haben, bestätigte eine überwältigende Mehrheit der Befragten jetzt, dass die Perspektiven und Ambitionen ihrer Unternehmen globaler werden.  77 % sind der Meinung, dass ihr Unternehmen in weiteren Ländern operative Präsenz zeigen wird. Als Folge wenden sich Unternehmen von traditionellen Organisationsstrukturen ab. 78 %  gaben an, dass sie in den nächsten drei Jahren zusätzliche internationale Teams etablieren werden. Auf kulturellen Unterschieden beruhende Missverständnisse stellen nach Meinung der Befragten dabei das größte Hindernis für eine produktive internationale Zusammenarbeit dar. Sie betrachten „unterschiedliche kulturelle Traditionen“ (51 %) und „andere Regeln am Arbeitsplatz“ (49 %) als die größten Bedrohungen für reibungslose internationale Beziehungen.  

Doch längst haben sich noch schwierigere Entwicklungs- und Schwellenländer zu zentralen Absatz- und Beschaffungsmärkten entwickelt. Also spielt Kommunikation für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens mit internationalen Ambitionen eine entscheidende Rolle. Vermutlich als Folge der Konzentration ihrer Unternehmen auf internationales Wachstum sind fast zwei Drittel der Befragten der Meinung, dass eine „verbesserte internationale Zusammenarbeit in den vergangenen drei Jahren eine wichtige Rolle bei der Performancesteigerung unserer Organisation gespielt hat.“ Allerdings ist auch ein ähnlich hoher Anteil der Ansicht, dass ihre Organisation zumindest „manchmal“ Schwierigkeiten mit der Zusammenarbeit oder Kommunikation über Grenzen hinweg hat. Das kann teuer sein. Rund die Hälfte der für diesen Bericht befragten Führungskräfte räumte ein, dass ineffektive Kommunikation oder unzureichende Zusammenarbeit große internationale Geschäfte be- oder sogar verhinderte und unweigerlich zu finanziellen Verlusten führte. Die überwältigende Mehrheit, fast 90 %, glaubt, dass bessere internationale Kommunikationen in ihrem Unternehmen auch zu höheren Gewinnen, Umsätzen und Marktanteilen führen würden. Dies liegt zum Teil daran, dass derzeit Geschäftsgelegenheiten im Ausland im Sande verlaufen und fast zwei Drittel der Befragten angeben, dass Unterschiede in Sprache und Kultur es schwierig machten, auf unbekannten Märkten Fuß zu fassen.

Unzureichende Vorkehrungen zur Beseitigung von Missverständnissen

Kurioserweise sind sich die meisten Unternehmen zwar der Kosten bewusst, die durch Nichtverbesserung der internationalen Kommunikationsfähigkeiten ihrer Mitarbeiter entstehen. Denn obwohl ein direkter Zusammenhang zwischen wirksamer internationaler Kommunikation und Wohl und Weh der Unternehmen bestätigt wird, trifft nach eigenen Angaben ein signifikanter Teil der Unternehmen nur unzureichende Vorkehrungen zur Beseitigung der Ursachen von Missverständnissen. Rund 47 % geben an, dass ihre Unternehmen Mitarbeitern ungenügend Sprach- und Kommunikationsausbildung anbieten und 40 % glauben, dass nicht genügend Wert auf die Rekrutierung oder Auswahl von Menschen gelegt wird, die sich für eine kulturell gemischte Umgebung besonders eignen. Einige Unternehmen scheinen das Ausmaß der Herausforderung zu unterschätzen. „Die Vernetzung durch moderne Technologie hat viele in die Irre geführt“, so Nancy J. Adler, Lehrstuhl für Management an der McGill University in Montreal, Kanada, und Autor des in Englisch erschienenen Buches International dimensions of organizational behavior (Internationale Dimensionen organisatorischen Verhaltens). „Es ist diese fälschliche Annahme, dass wir alle gleich sind, nur weil wir jeden auf der Welt so leicht über E-Mail oder Skype erreichen können.“



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