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Fremdwahrnehmung vs. Selbstwahrnehmung – „Das ist typisch deutsch!“

Das ist typisch Deutsch! Fremdwahrnehmung, Selbstwahrnehmung, Fix International ServicesWer erfolgreich mit Menschen aus fremden Kulturen zusammenarbeiten will, sollte auch etwas über die eigene Kultur wissen und sein Werte- und Orientierungssystem kennen. Dieses Wissen hilft im Auslandseinsatz, die Reaktionen von Menschen anderer Kultur einschätzen und besser voraussehen zu können. Deshalb ist die Reflexion über das eigene Verhalten ein wichtiges Element des interkulturellen Trainings. Auch sollte man wissen, wie unsere nicht-deutschen Partner uns erleben, selbst wenn es nicht immer schmeichelhaft ist.
Rubrik: Fremdwahrnehmung und Selbstwahrnehmung

Wer im Ausland unterwegs ist, egal ob im Job oder als Weltenbummler, berichtet nach seiner Rückkehr oft von merkwürdigen Gebräuchen und seltsamen Verhaltensweisen. In solchen Berichten geht es manchmal auch um Begegnungen mit Fremden, die ganz anders verliefen, als sich der Erzähler das zunächst gedacht hatte: „Andere Länder, andere Sitten!“ Doch nur selten stellen wir uns die Frage, wie unser Verhalten auf die Fremden gewirkt hat. Denn im beruflichen und privaten Alltag in Deutschland haben wir erfahren, dass die Art und Weise, wie wir uns verhalten, wie wir Kritik äußern, wie wir Mitarbeiter führen und wie wir Probleme lösen allgemein akzeptiert wird. Wir sind uns z. B. weitestgehend einig darüber: ein zuverlässiger und effizienter Mitarbeiter sollte stets pünktlich sein und seine Arbeitszeit nicht beim „Kaffeeklatsch“ mit Kollegen in der Büroküche „verbummeln“, in Geschäftsgesprächen sollte man möglichst schnell zum Punkt kommen, und wenn ein Fehler auftritt, ist die logische Konsequenz, die Fehlerursache zu beheben. Oder etwa nicht? Schwierigkeiten, die bei Arbeitsprojekten im Ausland regelmäßig auftreten, verdeutlichen: vieles von dem, was für uns in Deutschland selbstverständlich ist, was sich als normal, korrekt und zielführend herausgestellt hat, führt in anderen Ländern noch lange nicht zum gewünschten Ergebnis. „Vielfach entstehen Probleme in der internationalen Zusammenarbeit nicht, weil wir zu wenig von unseren ausländischen Geschäftspartnern wissen, sondern weil wir zu wenig Einsichten über uns selber haben“, erklärt Bettina Kertscher, Geschäftsführerin von Fix International. „Wir denken nicht über unsere eigenen Werte und Verhaltensregeln nach und sind uns deshalb nicht klar darüber, wie diese auf Angehörige anderer Kulturkreise wirken – und welche Folgen unser Verhalten haben kann.“ Deshalb gehört eine feste Regel längst zum Glaubenssatz guten interkulturellen Trainings: „Nur wer sich selber kennt, kann international erfolgreich sein!“


“Steif und unflexibel!“

„Im Unterschied zu den Franzosen oder Südeuropäern“, berichtet Diplom-Kulturwirt Thu Phong Vuong, „gelten die Deutschen als steife und unflexible Menschen, die ihr Verhalten sehr stark an Regeln ausrichten. So wundern sich Chinesen hier über Fußgänger, die vor roten Ampeln warten, obwohl kein Auto in Sicht ist.“ Wenn Regeltreue zur Regelsturheit wird, erscheinen Deutsche nicht nur diszipliniert, sondern auch rechthaberisch und autoritär. Herr Vuong ist für Fix International im Einsatz, wenn deutsche Fachleute den „Ernstfall China“ trainieren (siehe „Interview). Wissen um die eigene Kultur und das Werte- und Orientierungssystem gehören dazu. Für Deutsche kann es hilfreich sein zu erfahren, wie unsere nicht-deutschen Partner uns erleben – auch wenn dies nicht immer schmeichelhaft ist.  Zwar gelten häufig ein gutes Arbeitsklima und Werte wie Gründlichkeit, Zuverlässigkeit und Pflichtbewusstsein im Job als „typisch deutsch.“ Doch zugleich finden nicht nur Franzosen, dass die Deutschen ihren Beruf zu ernst nehmen. Während zu ihrem Selbstverständnis auch bei der Arbeit die Lebensfreude gehört, wollen die Deutschen immer nur das eine: Ergebnisse. Nicht nur den Franzosen erscheinen Deutsche deshalb oft kalt, verschlossen, distanziert und emotionslos.  So steht es in Abhandlung „Germans and French in Business Life – Intercultural differences between the neighbouring countries“. Auch fühlen sich Franzosen durch deutsche Direktheit verletzt. Die empfinden sie als plump, etwa, wenn Probleme angesprochen werden oder Kritik laut wird.


Die Deutschen - akkurat und pedantisch

Europäische Nachbarn glauben, die Deutschen seien gut organisiert. Sie gelten als akkurat, aber auch pedantisch. So zumindest das Resultat einer Marktforschungsstudie, für die Briten, Franzosen, Italiener, Polen, Russen und Tschechen befragt wurden. Zwischentöne allerdings nehmen die Deutschen oft nicht war, Anspielungen oder Non-Verbales verstehen sie nicht und verpassen so häufig wichtige Botschaften. „Es ist höchst lohnenswert, sich mit dem Bild zu beschäftigen, das Ausländer von Deutschland und den Deutschen haben!“ weiß  Bettina Kertscher. „Es kann ein hilfreicher Blick in den Spiegel sein.“?Download Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung, Das ist typisch deutsch, Newsletter Fix International Services

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