Newsletter Februar 2013

Seit 125 Jahren gibt es die Plansprache Esperanto

Esperanto wird 125, Newsletter, Fix International ServicesFalls Sie Esperanto verstehen, dürfte Ihnen dieser Satz eigentlich keine Schwierigkeiten bereiten: „Se vi ne povas fari pacon kun vi mem, kiel vi volas fari pacon kun iu alia?“ Falls nicht, finden Sie hier die deutsche Übersetzung: „Wenn du nicht Frieden mit dir selbst machen kannst, wie willst du Frieden mit irgendeinem anderen machen?“
Dass Sprachen verbinden - und Sprachen trennen, berichtet schon das Alte Testament, wenn es dort um das Trauma der babylonischen Sprachenverwirrung geht. Angeblich wollten sich die Völker durch den gigantischen Turmbau zu Babel mit Gott messen. Die Strafe folgte auf den Fuß – Gott  nahm ihnen ihre gemeinsame Sprache. Weltweit gibt es mittlerweile zwischen 3000 und 10 000 Sprachen. Im 19. Jahrhundert erschien, durch Technisierung und schnellere Kommunikations- und Transportmittel, vermehrt der Wunsch nach einer einzigen Weltsprache. Dabei entstanden statt einer gemeinsamen Sprache jedoch zahllose sogenannte „Plansprachen“, von denen sich keine zur weltweiten Verständigung durchsetzen konnte. Am erfolgreichsten war noch Esperanto. Noch heute gibt es Zeitschriften, Bücher und Zehntausende Wikipedia-Artikel in Esperanto. Historiker schätzen, dass es  auf der Erde mehrere Hunderttausend, möglicherweise eine Million, Esperantisten gibt. Dass sich auch Esperanto letztlich nicht als internationales Verständigungsmittel durchsetzen konnte, führen Kritiker auf die fehlende historische Verwurzelung und auch die linguistische Willkür ihres Schöpfers zurück. Immerhin jedoch zeigte die Bayerische Staatsbibliothek 2012 die Ausstellung „Zwischen Utopie und Wirklichkeit - Konstruierte Sprachen für die globalisierte Welt“. Zu sehen waren Wörterbücher, Zeitschriften und Werke wie der Struwwelpeter in Esperanto. Doch zunächst hatte der polnische Zahnarzt Ludwig Zamenhof eine neutrale Sprache im Sinn, als er 1887 sein Esperanto präsentierte. Anhänger versprechen, dass es nur nur 3 - 12 Monate dauert, bis man ein komplexes Gespräch in Esperanto führen kann oder ohne große Mühe auch international korrespondiert. Denn Esperanto-Vokabular basiert fast ausschließlich auf Elementen der indoeuropäischen Sprachfamilie, die die größte und weltweit verbreitetest  ist.

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