Newsletter Juli 2013

Shitstorm statt Füsillade - Neue Wörter in der 26. Auflage des Duden

1872ad51e92436615511d2a4a6cdea72-140x10000x0.jpgSie wissen nicht, was ein „Vollpfosten“ ist? Dann sollten Sie in der Neuauflage des Dudens nachschlagen. Es handelt sich um einen besonders dummen Menschen, eine nun umgangssprachlich korrekte Alternativ zum „Idioten“. Der Vollpfosten wurde mit 5000 weiteren neuen Wörtern in die 26. Auflage aufgenommen, genau wie der dem Vollpfosten wesensverwandte „Spacko". Natürlich erhielten auch digitale Innovationen Gehör und sind jetzt in dem Standardwerk vertreten, etwa „Shitstorm“, „Social Media“ oder „Facebook". Aus der monetären Sphäre entstammen „Eurobond“, „Finanztransaktionssteuer“ und „Schuldenbremse“.
Was führt zu den Veränderungen? „Alle drei bis vier Jahre wandelt sich der Wortschatz so stark, dass eine Überarbeitung des Standardwerks sinnvoll ist", begründet Duden-Chefredakteur Werner Scholze-Stubenrecht das Vorgehen. Ergänzt wurde auch die „Vorständin", die allerdings in der Realität noch eher die Ausnahme ist. Ebenfalls weiblich geworden ist die Rabaukin. Doch wo Zuwachs ist, gibt es auch Abgänge. Wobei es niemanden schmerzen wird, dass Begriffe wie „Buschklepper", „Füsillade" oder „Stickhusten“ aus dem Rennen sind. Der Duden ist ein Wörterbuch der deutschen Sprache. Erstmals wurde er am 7. Juli 1880 von Konrad Duden veröffentlicht und war ursprünglich nur ein orthographisches Wörterbuch war. Bis 1996 war der Rechtschreibduden in der Bundesrepublik Deutschland übrigens  maßgeblich für die amtliche deutsche Rechtschreibung. Die Rechtschreibreform von 1996 entzog ihm diesen Sonderstatus. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts stellte außerdem fest, dass die amtliche Rechtschreibung nur für begrenzte Teile der Schriftproduktion bindend ist, im Übrigen darf jedermann nach eigenem Gutdünken schreiben.

Wird der Bufdi überleben? Braucht das Land jedes neue Wort?

Ob sich der „Bufdi“ (Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst) langfristig im deutschen Sprachgebrauch halten wird, bezweifeln Experten. Sie halten den Begriff für eine sprachliche Eintagsfliege. Insgesamt enthält der neue Duden knapp 140.000 Einträge - etwa das Zehnfache des aktiven Wortschatzes eines Durchschnittsdeutschen. Mit den 5 000 neuen Wörtern bietet der Duden über 500 000 Bedeutungserklärungen und zusätzlichen Angaben zu Worttrennung, Aussprache, Grammatik, Etymologie und Stil.

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