Newsletter Mai 2012

„Der Mittelstand muss den Schritt in neue Auslandsmärkte wagen!“

Internationalisierung deutscher Mittelstand, Interkulturelles Training, Fix International ServicesGroße Konzerne gingen in den letzten beiden Jahrzehnten voran: Sie forcierten die Inter- nationalisierung ihrer Geschäfte. Mittlerweile profitieren auch deutsche Mittelständler vom starken Wachstum innerhalb der Schwellenländer. Vor allem die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) werden als lohnenswerte Partner für deutsche Unternehmen attraktiver. Doch viele mittelständische Unternehmer zögern, länderübergreifend aktiv zu werden.
Über 20 Prozent der russischen Maschinenimporte stammten 2010 aus deutscher Produktion, in China lag der Anteil bei knapp 19 Prozent. Über 30 Prozent der importierten Kraftfahrzeuge im Reich der Mitte stammen aus Deutschland. Im Jahresverlauf 2011 haben die deutschen Warenexporte erstmals die Billionen-Eurogrenze überschritten. Zahlen, die nach Ansicht von Volkswirtschaftlern belegen, dass der Mittelstand in der Finanzkrise große Beiträge zur Rückkehr der deutschen Wirtschaft auf die vorderen Plätze der weltweiten Exportstatistik leistete. Nach Angaben des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) macht schon heute jeder dritte deutsche Mittelständler Auslandsgeschäfte, auch der Exportanteil am Gesamtumsatz dieser Unternehmen beträgt inzwischen rund ein Drittel. „Besonders die EU-Erweiterung in den Jahren 2004 und 2007 hat sich als Wachstumsmotor für zahlreiche mittelständische Unternehmen erwiesen!“ berichtet Barbara Bonrath-Kaster Bereichsleiterin Außenwirtschaft beim BVMW. „Chancen der Globalisierung nutzen!“ lautet Ihr Credo (Siehe auch: Interview). „Zunehmend sehen mittelständische Unternehmen die Globalisierung als Möglichkeit, neue Strukturen zu entwickeln und so ihre bestehenden deutschen zu sichern“, berichtet Bettina Kertscher, Geschäftsführerin des Hamburger Kommunikationsdienstleisters Fix International. Doch gleichzeitig wird die Globalisierung der Märkte oft noch als Bedrohung der traditionellen Ökonomie wahrgenommen. „Inhabergeführte Betriebe sind naturgemäß weniger risikofreudig. Denn scheitert eine internationale, kapitalintensive Aktivität, kann dies – anders als bei großen, finanzstarken Konzernen – ein Unternehmen in Schieflage bringen, “ ergänzt Bettina Kertscher.

Innerhalb der Industrie ist der Mittelstand das viel beschworene Rückrat

Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn zählt zum Mittelstand Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz bis zu 50 Mio. Euro. Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern und einem Umsatz von weniger 1 Million Euro zählen zu den kleinen Unternehmen. Unternehmen mit 10 bis 500 Mitarbeitern und maximal 50 Millionen Euro Umsatz zu den mittleren Unternehmen. „Innerhalb der Industrie ist der Mittelstand das viel beschworene Rückrat. 97 Prozent aller Industrieunternehmen haben weniger als 500 Beschäftigte. Ohne starken Mittelstand keine starke Industrie, ohne starke Industrie kein nachhaltiges Wachstum,“ erklärte Dieter Schweer, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundes der Industrie (BDI). „Unsere Exporterfolge wären bereits jetzt ohne unsere innovativen und im Ausland aktiven Mittelständler undenkbar. Richtig ist aber auch, dass innerhalb des Mittelstandes die kleineren Unternehmen unterdurchschnittlich an diesem Internationalisierungsprozess teilnehmen.“

Standortbedingungen sind entscheidende Erfolgsfaktoren

Zwei Drittel der bereits im Ausland aktiven Unternehmen wollen ihre Auslandsgeschäfte in den nächsten Jahren weiter ausbauen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (IHK) „Going International“. Wichtigstes Element ist dabei der Export. Allerdings ist für den Erfolg im Ausland nicht nur die Qualität der Produkte entscheidend. Oft machen den Unternehmen ganz andere Hürden zu schaffen. Zu den wichtigsten Rahmenbedingungen, die ein erfolgreiches Engagement ermöglichen, gehört der freie Marktzugang. Doch weltweit registriert der IHK die Zunahme von Handelshemmnissen. Wenn es jedoch immer komplizierter wird, Produkte und Dienstleistungen aufgrund wechselnder Zollvorschriften, spezieller Zertifizierungsanforderungen oder umfangreicher Dokumentationspflichten einzuführen, kostet das Nerven, Zeit – und somit auch viel Geld. Deshalb sind für einen Erfolg auf Auslandsmärkten die fundierte Kenntnis der Märkte und erfahrene Experten in den Bereichen Recht und Zoll überlebenswichtig.

Um erste Kontakte zu potentiellen künftigen ausländischen Geschäftspartnern herzustellen, bieten sich Messen und Geschäftsreisen an. „Auf lange Sicht werden Mittelständler nur erfolgreich sein, wenn sie den Schritt in neue Auslandsmärkte hinein wagen!“ ist Bettina Kertscher überzeugt, „und dieser Schritt muss optimal vorbereitet und professionell begleitet werden, um das Risiko des Scheiterns zu minimieren!“



zurück zum Newsletter