Newsletter Oktober 2012

Möglichkeiten und Grenzen von eLearning beim interkulturellen Training

trainingsvorbereitung.jpgInterkulturelle Kompetenz ist ein wichtiger Schlüssel, um erfolgreich mit Menschen anderer Kulturen zusammenarbeiten zu können, interkulturelle Trainings sind oftmals notwendige Voraussetzungen zu ihrem Erwerb. Unter eLearning wird dabei eine durch den Einsatz digitaler Medien unterstützte Form des Lernens verstanden. Die Bandbreite umfasst netzbasierte Lernsoftware, aber auch offline eingesetzte Programme.
Schon in den 1970er Jahren fanden Forschungs- und Entwicklungsprojekte zum eLearning an Schulen statt. Die Aus- und Weiterbildung in Unternehmen entwickelte sich später, etwa beim Training für Außendienstmitarbeiter. Durch das Internet erlebte ab den 1990er Jahren das eLearning einen weiteren Entwicklungsschub, zur Jahrtausendwende galt es einigen Trainern gar als die Bildungsform der Zukunft. Doch mittlerweile hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass eLearning traditionelles Face-to-Face-Lernen nicht ersetzen wird, sondern „eine für bestimmte Einsatzformen sinnvolle Ergänzung im Lernprozess darstellt“, wie Katrin Brass, Leiterin des Bereichs Interkulturelles Training beim Kommunikationsdienstleister Fix International in Hamburg, erläutert. „Natürlich kann man beim eLearning den Business-Knigge studieren. Wer jedoch Neues nur schematisch erfährt, bleibt anschließend, dass zeigen die Erkenntnisse aus der Mediendidaktik bzw. Medienpädagogik, in nutzlosen Stereotypen gefangen.“ 

eLearning-Module können die Lernenden unterstützen, sich zeit- und raumunabhängig auf das von ihnen gewählte Zielland vorzubereiten. Soll die Einführung von eLearning  in einem Unternehmen erfolgreich verlaufen, erfordert das eine Reihe von Begleitmaßnahmen. Dazu zählen die genaue Bestimmung der  Lernbedürfnisse und die Anpassung der Materialien. Auch sollten die Arbeitsabläufe so angepasst werden, dass Zeit und Motivation für das elektronische Lernen gegeben sind. Denn Unternehmen wollen ihre Budgets für die Personalentwicklung durch eLearning auch bei der interkulturellen Weiterbildung schonen. Doch interkulturelles Training muss praxisorientiert sein, damit die Teilnehmer anhand von Simulationen, Übungen und Fallbeispielen anschließend ihre Erfahrungen im Arbeitsalltag umzusetzen können, beim Kontakt mit Kunden, Geschäftspartnern und im privaten Alltag. Qualifizierte Fort- und Weiterbildung muss mehr sein als nur die Weitergabe von Informationen. Denn zeitgemäßes Lernen ist ein ganzheitlicher Prozess, eLearning ist kein Allheilmittel zur Verbesserung interkultureller Kommunikation. „Virtuelle Bildungsprogramme können sinnvolle Vor- und Nachbereitungen von Präsenzseminaren sein. Doch das direkte Feedback durch Trainer oder die anderen Trainingsteilnehmer wird niemals durch die elektronisch basierte Interaktion ersetzt werden!“ bilanziert Katrin Brass.


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