Newsletter September 2013

Interkulturell lernen und trainieren: Türkisch-Deutsche Uni in Istanbul eröffnet

trainingsvorbereitung.jpgNach einer siebenjährigen Planungs- und Bauphase hat die Türkisch-Deutsche Universität (TAÜ) in Istanbul jetzt ihren Betrieb aufgenommen. Sie ist von den Initiatoren als sichtbares Leuchtturmprojekt der deutsch-türkischen Hochschulkooperation gedacht und wird sowohl von der deutschen als auch von der türkischen Regierungsebene unterstützt. In den Master-Studiengängen „Interkulturelles Management“ und „Europäische und Internationale Beziehungen“ startete der Unterricht. Die TDU ist eine staatliche Universität nach türkischem Recht. Rektor der Universität ist ein Türke, sein Stellvertreter ist ein Deutscher. Die Studiengänge sind interkulturell ausgerichtet, die Unterrichtssprache wird hauptsächlich Deutsch sein. Die TAÜ ist eine gemeinsam von der Republik Türkei und der Bundesrepublik Deutschland errichtete staatliche Universität. Der Campus liegt im Stadtteil Beykoz auf der asiatischen Seite des Bosporus.
Türkische Hochschulgesetze mit deutschen Visionen zu verbinden war dabei nicht immer ganz leicht, von „unterschiedlichen Bildungskulturen“ sprachen die Universitätsvertreter bei den Eröffnungsfeierlichkeiten. Denn zwischen dem deutschen, eher dezentralen und dem stark zentralisierten türkischen Bildungssystem gibt es große Unterschiede, hier erwarten Experten besondere Herausforderungen. 

Disziplin ist gefragt!

Kurios: Die meisten der angehenden Studenten sprechen nicht einmal Deutsch, denn das ist keine Voraussetzung für ein TDU-Studium. Für Studenten gibt es zwei Vorbereitungssemester als Einführung in die neue Sprache. „Das werden nicht alle schaffen,“ berichtet Professor Uwe Koreik von der Uni Bielefeld. Als Koordinator ist er für das Deutschprogramm verantwortlich, „aber Leute, die ehrgeizig sind, werden hier ein Programm geboten bekommen, mit dem das möglich ist.“ Gefragt ist dafür sicherlich eine Tugend, die auch in der Türkei als typisch deutsch gilt: Disziplin.
Die TDU wird gemeinsam von beiden Staaten finanziert, wobei die Türkei den größeren Anteil der Kosten übernimmt. Sie stellt das zwölf Hektar große Gelände (eine ehemalige Baumschule, die im Besitz des türkischen Landwirtschaftsministeriums war), errichtet und finanziert die Gebäude und die Infrastruktur und trägt die laufenden Kosten.
Begonnen wird mit vorbereitenden Sprachkursen, Seminaren und Workshops zur Qualifizierung von Nachwuchspersonal. Der Vollbetrieb mit 5000 Studenten wird voraussichtlich in zwei Jahren erreicht sein, in den Folgejahren ist ein Ausbau auf bis zu 20.000 Studienplätze geplant.


zurück zum Newsletter